3 Pheromonwahrheiten und 3 Mythen

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler ein menschliches Pheromon zu isolieren. Aber obwohl die Möglichkeit, unbewusste chemische Signale anzuzapfen, sehr populär sein mag, ist es weit davon entfernt, Realität zu werden.

WAHRHEIT: Pheromone sind echt.

Das Wort "Pheromon" wurde 1959 von den Wissenschaftlern Peter Karlson und Martin Lüscher geprägt. Ein Portmanteau des Griechen pherein ("Zu tragen") und Hormon ("Anregen"), bezog sich auf chemische Signale, die von Mitgliedern der gleichen Spezies emittiert und detektiert wurden. Wissenschaftler haben seitdem Pheromone in Insekten wie Seidenmotten und Termiten sowie Nicht-Insektenarten, einschließlich Säugetiere und Primaten, identifiziert.

MYTHOS: Wissenschaftler haben menschliche Pheromone identifiziert.

Bis heute haben Studien gezeigt, dass die Exposition gegenüber menschlichem Schweiß und Sekretion hormonelle Reaktionen bei anderen Menschen auslösen kann. Zum Beispiel beobachteten Forscher der Florida State University 2011 einen Anstieg des Testosteronspiegels bei Männern, die exponierten Frauen ausgesetzt waren. Dennoch gibt es derzeit wenig Beweise dafür, dass von Menschen produzierte Chemikalien konsistente Verhaltensreaktionen hervorrufen können.

WAHRHEIT: Sie können starke Reaktionen auslösen ... bei bestimmten Arten.

Für Insekten und Tiere vermitteln Pheromone wichtige Informationen, einschließlich Nachrichten über reproduktive Verfügbarkeit und Status. In einer aktuellen Studie haben Forscher der Universität Tokio kürzlich gezeigt, dass das Vorhandensein eines männlichen Pheromons bei Mäusen das sexuelle Verhalten bei Frauen verbessert. Bei anderen Männchen löste das Pheromon aggressives Verhalten aus. Die Ergebnisse wurden veröffentlicht in Neuron.

Mythos: Sie können sie "riechen".

Viele Pheromone werden durch Sekrete freigesetzt, die einen Geruch haben - zum Beispiel Schweiß. Aber Pheromone sind keine Gerüche, und nicht alle von ihnen können gerochen werden. Forscher haben seitdem versucht, zwischen den Wirkungen von Düften und Pheromonen zu unterscheiden. Betrachten wir zum Beispiel Forschungen, die nahelegen, dass menschliche Säuglinge dazu neigen, dem Geruch der Brust ihrer Mutter zu folgen. Könnten Mütter Pheromone freisetzen, um ihre Nachkommen anzuziehen? Es ist ebenso plausibel, dass Säuglinge einfach vom einzigartigen persönlichen Duft ihrer Mutter angezogen werden, der aus zahlreichen chemischen Verbindungen besteht und durch Ernährung, Genetik, Umwelt und Gesundheitsfaktoren beeinflusst wird.

WAHRHEIT: Es gibt zwei Arten von Pheromonen.

"Primerpheromone" verursachen Veränderungen in der Physiologie, die im Laufe der Zeit auftreten, während "Auslöser" oder "signalisierende" Pheromone spontane Verhaltensweisen wie Aggression oder Paarung auslösen. In beiden Fällen wird die Handlung ohne bewusste Kenntnis ausgeführt.

Mythos: Pheromone werden vom olfaktorischen System verarbeitet.

Bei der laufenden Suche nach einem menschlichen Pheromon besteht eine der Hauptinkonsistenzen darin, dass Pheromone typischerweise nicht durch das olfaktorische System detektiert und verarbeitet werden. Das Vomeronasalorgan (VNO) ist eine separate Struktur, die bei vielen Tieren gefunden wird. Über dem Gaumen befindet sich das VNO, das in der Lage ist, in der Flüssigkeit gelöste Chemikalien zu erkennen. Es ist das Organ, das es Tieren wie Hunden ermöglicht, sich gegenseitig zu "riechen", indem sie Körperteile lecken. Es ist auch das einzige Organ, das derzeit in der Pheromonkommunikation bekannt ist. Aber Menschen haben keinen.

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